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Reisetipps - Antalya : Der wahre Nikolaus

Der wahre Nikolaus

Kinder glauben noch an ihn und auch bei Erwachsenen löst sein Name Erinnerungen an die eigene Kindheit aus: Der heilige St. Nikolaus. Das reale Vorbild der Legende war Bischof in der Stadt Myra, dem heutigen Demre bzw. Kale in der Nähe von Antalya.

Das reale Vorbild des heiligen St. Nikolaus lebte im 3. und 4. Jahrhundert nach Christus und war Bischof in der antiken Stadt Myra in Kleinasien, der heutigen Türkei. Er wurde etwa 280 n. Chr. in Patara in Lykien geboren und starb im Jahre 345 n. Chr. Über sein Leben berichteten seine Zeitgenossen allerhand Gutes, was wohl die Legendenbildung um den Heiligen Nikolaus ausgelöst hat.

So wird erzählt, dass er Getreide aus den für Rom bestimmten Lieferungen abgezweigt haben soll und den hungernden Bewohnern der Stadt Myra zukommen ließ. Eine andere Legende erzählt von einem armen Mädchen aus Myra, dessen Familie das Geld zur Hochzeit nicht aufbringen konnte. Nikolaus soll ihr in der Nacht einen Beutel mit Geld durchs Fenster geworfen haben, so dass die Heirat schließlich doch noch stattfinden konnte. Eine dritte Legende erzählt davon, dass Nikolaus die Kinder der Stadt vor der Entführung durch Seeräuber gerettet haben soll, die damals häufig über die Küstenstädte der Gegend der heutigen türkischen Riviera herfielen. In jedem Fall muss es sich um einen bemerkenswerten Mann gehandelt haben, der jedoch nur wenig mit dem heutigen Advents-Nikolaus gemeinsam hatte.

Das antike Myra in Lykien, das heute zur Türkei gehört, heißt heute Kale  bzw. Demre. Es liegt etwa vier Stunden Autofahrt westlich von Antalya, der Hauptstadt der gleichnamigen Region, heute ein Ziel zahlreicher Urlaubsflüge. Zu Lebzeiten des Bischofs Nikolaus war jedoch Myra die Hauptstadt Lykiens und zugleich Bischofssitz. Bereits früh setzte die Legendenbildung um Sankt Nikolaus ein und bereits im 6. Jahrhundert wurde eine Basilika erbaut, in der seine Gebeine aufbewahrt wurden und die daraufhin ein berühmter Wallfahrtsort wurde.

Im frühen 9. Jahrhundert geriet Myra unter arabische Herrschaft und im elften Jahrhundert wurde es von den islamischen Seldschuken erobert. In dieser kriegerischen Zeit stahlen italienische Kaufleute die Gebeine des Heiligen Nikolaus und brachten sie nach Bari. Seither pilgerten die Anhänger des St.-Nikolaus-Kultes nach Italien. Die türkische Nikolaus-Stiftung fordert diese Gebeine bis heute zurück. Im Archäologischen Museum von Antalya liegen heute nur einige wenige Fragmente der Gebeine des heiligen Bischofs.

Die St.-Nicholas-Kirche in Demre ist auch heute noch eine Sehenswürdigkeit. Die dreischiffige Basilika stammt aus dem 8. Jahrhundert und steht auf den Grundmauern der ersten Basilika. Jahrhundertelang war die Kirche im Schlamm des Demre-Flusses versunken. Erst 1863 begann die Wiederherstellung durch den deutschen Archäologen Prof. J. Borchhardt, deren Fertigstellung sich bis 1963 hinzog. In ihrem Inneren befinden sich Mosaiken, Fresken und Sarkophage aus frühchristlicher Zeit. Vor der Kirche steht ein Denkmal, das an den Heiligen Nikolaus erinnert.
 

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